Bildhauer
„Wär nicht das Auge Sonnenhaft Wie könnten wir das Licht erblicken, Lebt nicht in uns des Gottes eigne Kraft, Wie könnt uns Göttliches entzücken?“
J. W. GoetheGerhard Schlecht, geboren 1926, schuf über drei Jahrzehnte hinweg ein eigenständiges plastisches Werk. Seine Skulpturen sollten, wie er es formulierte, „nicht durch mich, sondern durch sich selber sprechen“. Diese Seite erinnert an ihn: mit einer Auswahl seiner Skulpturen, seiner Biographie und einigen seiner „Gedankensplitter“ – Notizen zu seiner künstlerischen Haltung.
„Eine Form zum Sprechen zu bringen ist unglaublich begeisternd. Höchste Anspannung ist notwendig. Die Vorstellung hat zu schweigen, reiner Wille soll wirken. Gelingt die „Verdichtung“ und gleichzeitig die „Offenheit“, löst sich die Form vom Schöpfer; Sie spricht für sich selbst.“
„Das Wunder der Hände! Alles sind sie fähig auszudrücken. Sie berühren, sie zaubern. Ihre Gesten sind Brücken! So können sie alles ergreifen und wenn die Antwort kommt – aus der Peripherie – wird es ein ‚Begreifen‘.“
„Das Schmerzhafte jeder echten Kreation ist es, jeweils das Erreichte zurückzulassen, sich an nichts festhalten. Das heißt, sich dem Abgrund stellen. Nur so stellt sich die Form ein, neue Form die trägt – über den Abgrund.“
„Die abstrakte Kunst entwickelt sich nicht durch die Vorstellung, sondern im plastischen Vollzug. Die Elemente kommen ins Gespräch, tun etwas miteinander. Nicht das Festgezurrte, nicht das Dogma, nicht das Vorgegebene, sondern neuer Bezug, Wandlung und Entwicklung bringen auf den Weg. Vielleicht liegt sogar im intensiv verfolgten Weg das Ziel – das nie erreichte? Daher – nicht System, Konstruktion, nicht Ideengebäude sondern – ‚soziale Plastik‘.“
„Ich weiss nicht, was ich bin; ich bin nicht, was ich weiss; Ein Ding und nicht ein Ding, ein Stüpfchen und ein Kreis.“
Angelus Silesius